Vampire an der Wakenitz (3)
Georg an der Wakenitz

Nachdem Georg  wieder 2 wochen zu hause lebte, begann er sich zu ärgern.
Seine mutter spricht oft in floskeln oder ausdrücken von früher. Z.b. nennt sie geschirrspülmaschinen "marta"´, besitzt aber selber keine, weil "abwaschen von hand weniger wasser verbräuche."
Georg ist es eigtl. egal: warum "marta" wenn es mutter gibt?!
Was ihn wirklich aufregt ist, dass seine mutter frustabwaschen betreibt.
Wenn sie etwas frustet, klappert das geschirr doppelt so laut und wird nur halbsauber. Eine gabel mit resten zwischen den spitzen dingern* findet Georg sehrsehr eklig und tut sie schnell wieder zurück in die schublade.
Oder der schlafende schaum, der durch etwas wasser oder feuchtigkeit wieder aufwacht; warum hat der multisaft plötzlich eine schaumkrone?
Da hat jemand den schaum nicht abgespült und man nimmt über das essen und trinken reinigungs-chemikalien zu sich.

Georg geht vor die tür, das elterliche elternhaus steht zu sehr unter einfluss von
mutter und vater. Das macht es zunehmens unwirtlich. "Nicht mehr lange", beschließt
er, "dann zieh ich aus."

Es ist prächtig draußen; die vögel singen paarungslieder und der geschlängelte uferweg entlang der wakenitz hält einige steinchen bereit, die Georg beim spazieren gerne wegschießt. Es gibt enten!

An einer stelle wird die wakenitz breiter und an der außenseite dieser biegung hat
ein kleines genie eine parkbank hingebaut. Überall enten. Geil: Georg setzt sich
hin. Was kommt als nächstes?*

Eine nach dem btmg (anl.1) nicht verkehrsfähige, betäubungsmittelhaltige zigarette - da steht Georg jetzt der sinn nach.
Er klappt eine kleine, eckige und metallene tabakdose auf, legt sich auf der innenseite des deckels die zutaten bereit - als erstes einen "tip":
Dazu faltet Georg das pappstückchen und rollt es dann ein, am liebsten so, dass ein (G) in zentrum steht. Als nächstes entfaltet er ein "longpaper", darauf verteilt er gleichmäßig den tabak, nach links -zum tip hin- etwas weniger.
Dann zerfitzelt er eine hanfblüte in einer kleinen taschenmühle. Unten in der mühle
sammelt er die feinen grünen drogen heraus und streut sie auf den tabak.
Dann rollt er tip, longpaper, tabak und drogen zu einer schlanken, festen rolle, dem sogenannten "joint".

Die enten beäugen das ganze argwöhnisch; "ist das richtig?" fragen sie sich.

Als Georg schon sehr entspannt ist, bemerkt er jemanden hinter sich.
Es ist ein obdachloser mit einem braunen kunstledernen einkaufstrolley, der mit vielen tüten behangen ist.
Er durchsucht den direkt neben Georg stehenden mülleimer nach pfand.
Georg fragt den mann neugierig, was in den tüten sei.
"Darin sind kleine tüten und zur sicherheit einige große tüten"
"Achso", erwidert Georg und ergänzt in gedanken "was leute nicht alles zur sicherheit tun.
Der mann zieht weiter.

Georg denkt über die tüten nach.
"Der wird sicher wissen, wofür er die ganzen tüten braucht, vllt erwartet er an der
nächsten parkbank einen haufen pfandflaschen, oder eine verlassene angelausrüstung. Oder ein vergessenes fahrrad!
Tüten zu sammeln heißt für den mann, auf freudige, eintütbare überraschungen
eingestellt zu sein.
Tüten sind hoffung."

*(nachtrag: zinken)
*(leserführung)